16.1.2018


Die erste Liebe

Gerade in der ersten innigen und tiefen Gefühlserfahrung zu der ein Mensch einem anderen Menschen gegenüber fähig sein kann, können die Weichen für ein ganzes Leben im positiven, aber auch im negativen Erleben begründet sein.

Hier geht es uns um die Darstellung der gefühlsmässigen Komponenten und deren Auswirkungen auf die Psyche.

Die erste Liebe starb im Krieg

Für die Kriegsgeneration ist es eine massenhafte Erfahrung, dass die erste Liebe im Krieg gefallen ist. Dieser Schock konnte während der Kriegswirren nicht richtig verarbeitet werden, da das eigene Überleben im Vordergrund stand. Das führt dazu, dass die Bindung an diesen Partner nicht wirklich gelöst werden konnte. Für die nächste Partnerschaft war man dementsprechend nicht frei. Die zweite Partnerschaft wird als eine Art Notlösung begriffen. Dadurch konnte sich die Liebe zwischen den beiden nicht voll entfalten. Häufig versucht dann ein Kind aus der zweiten Beziehung (Ehe) unbewusst diesen ersten Partner (bzw. Partnerin) zu ersetzen und gerät dadurch in einen Konkurrenzkonflikt mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil.

Beispiel:
Der erste Sohn aus der zweiten Ehe ist mit der ersten Liebe der Mutter identifiziert, glorifiziert diese Person, wird zum Konkurrenten seines Vaters und ist nun seinerseits für eine eigene Liebesbeziehung nicht frei, da er unbewusst ja schon der Partner seiner Mutter ist.

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Die erste Liebe war nicht standesgemäß

Oft wird die Liebe und die Heirat eines Paares von der Familie hintertrieben, weil die Partner als nicht standesgemäß betrachtet werden. Dies kann auch religiöse Hintergründe haben. Verzichten die jungen Leute auf ihre Liebe bzw. Heirat, ist dies mit tiefer Resignation und Wut verbunden. Oft wird dann irgend jemand, der den Eltern genehm ist, geheiratet. Dass dies die denkbar schlechtesten Voraussetzungen für eine Ehe sind, braucht hier nicht weiter begründet zu werden. Ein gegengeschlechtliches Kind identifiziert sich dann unbewusst mit dieser Liebe um sie zu ersetzen.

Beispiel:
Die Tochter identifiziert sich mit der Frau die der Vater nicht haben konnte, idealisiert diese und glaubt, dass sie für ihren Vater eine bessere Ehefrau gewesen wäre als die eigene Mutter. Dadurch wird sie zur Konkurrentin ihrer Mutter und kann sich als erwachsene Frau nicht wirklich an einen Mann binden, da sie ja schon an ihren Vater gebunden ist. Häufig leben solche Frauen das Leben einer Geliebten. Das heißt, sie verlieben sich häufig in verheiratete Männer. Falls sie aber doch heiraten, können sie sich ihrem eigenen Ehemann nicht wirklich hingeben.

 

Die erste Liebe hat die Liebe nicht erwidert

Gerade bei jungen Menschen kann die Erfahrung, dass die erste Liebe nicht erwidert wird, zu einer dauerhaften Lebenslüge führen. Diese Person wird idealisiert und es entstehen Phantasien wie großartig eine Beziehung mit dieser hätte sein können. Dementsprechend ist jeder weitere Partner nur zweite Wahl.

Auch hier führt dieses im Regelfall dazu, dass ein gegengeschlechtliches Kind versucht diesen Partner zu ersetzen. Mit den unter "nicht standesgemäß" beschriebenen Folgen.

In allen Fällen, in denen der Partner nur als zweitbeste Lösung betrachtet wird, muss klar sein, dass dieser sich mindestens unbewusst klar darüber ist, dass er nur die zweitbeste Lösung ist. Er hat also immer eigene Motive, warum er sich trotzdem auf eine Beziehung/Ehe einlässt.

Ein typischer Grund ist ein starker Minderwertigkeitskomplex. Wenn jemand von sich glaubt, dass er nicht liebenswert ist, dann erwartet er schon gar nicht mehr um seiner Selbstwillen geliebt zu werden und ist daher bereit einem solchen Arrangement zuzustimmen.

Je nachdem, wie deutlich diese Distanz zwischen den Eltern für die Kinder spürbar war, entstehen nun bei diesen entsprechende Glaubenssätze über Liebe und Ehe. Einer unserer Klienten brachte dies in einem Satz zum Ausdruck: "Liebe gibt es gar nicht!"

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